Landesbergamt hat keine ausreichende Kenntnis über Bohrschlammgruben – Pressemitteilung 13.12.14

Pressemitteilung 13.12.14

AG Fracking der BI bitte um Hinweise aus der Bevölkerung

Seit vielen Jahren ist buchstäblich „Gras über die Sache gewachsen“. Das giftige Erbe aus der Öl- und Gasbohrzeit Ende der 60er / Anfang der 70er Jahre liegt unentdeckt und oft auch unbekannt auf unseren Feldern, Wiesen und möglicherweise sogar Naturschutzgebieten. Nicht nur wie in Tarmitz, wo durch Zufall die öligen Hinterlassenschaften von Bohrungen entdeckt und „saniert“ wurden, hatten jahrelang Wasserbüffel gegrast, ohne dass Pächter der verseuchten Flächen darüber informiert waren. Dort ist erst nach mehr als 40 Jahren der Boden durch die Ölfirma Exxon-Mobile ausgetauscht worden. Aber wo schlummern noch weitere Altlasten? Wo sind Bohrschlämme, Lagerstättenwasser und sonstige Rückstände noch im Landkreis unentdeckt?

Bildschirmfoto vom 2014-12-16 10:23:34Das niedersächsische Landesbergamt (LBEG), für Öl- und Gasbohrungen zuständig, kann keine konkrete Auskunft geben: „Eine genaue Anzahl der Bohrschlammgruben in Niedersachsen kann zurzeit nicht angegeben werden“, heisst es auf einer jüngst erstellten Internetseite. Die Gesamtzahl der Schlammgruben läge „zwischen mehreren hundert und wenigen tausend“, so die unpräzise Aussage der dafür zuständigen Genehmigungsbehörde, davon mindestens 400 in Niedersachsen. Ein Teil der 39 bekannten, noch unter der Aufsicht des LBEG stehenden Giftmüllgruben wurde „zurückgebaut“, bei einem anderen laufe das Genehmigungsverfahren zur „Rekultivierung der Flächen“.
Bohrschlammgruben hingegen, „bei denen die Bergaufsicht bereits beendet wurde, liegen im Zuständigkeitsbereich der jeweiligen Unteren Bodenschutzbehörden“, schiebt das LBEG die Zuständigkeit einfach weiter. Und die örtlichen Behörden werden nicht aktiv. Einerseits fehlen Informationen aus dem Landesbergamt, das auf eine Anfrage des Landkreises aus dem Jahr 2010 auf „innerbehördliche Umstrukturierungsmaßnahmen“ verwiesen hat. Und, so der Landkreis auf eine Anfrage der SOLI im April 2013: „Für eine flächendeckende, systematische Erkundung von Altlasten (Orientierende Erkundung von Altablagerungen, Altstandorten) stehen derzeit keine finanziellen Mittel zur Verfügung.“
Deshalb bittet die AG Fracking der BI die Menschen aus der Region um Mithilfe: Wer sich noch erinnern kann, möge Informationen über Sandkuhlen, Bodensenken usw., in denen Tank- und andere Lastwagen die Hinterlassenschaften der Bohrstellen abgekippt haben, an die Fracking-Gegner weitergeben.

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