Scharfe Kritik an der Stellungnahme von Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) zu Bodenuntersuchungen

Pressemitteilung 30.07.15

Bodenuntersuchungen an Erdgasförderplätzen

Auf scharfe Kritik stößt die Stellungnahme von Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) zu Bodenuntersuchungen an Erdgasförderplätzen bei der AG gegen Fracking der BI (EJZ 28.7.2015) . Wenn Wirtschaftsminister Lies wie angekündigt das Vertrauen der Bevölkerung durch konsequentes und transparentes Handeln gewinnen will, sei der erste Schritt, Untersuchungen in Lüchow-Dannenberg nicht auszuklammern, sondern endlich konsequent und transparent auch mit dem Thema giftige Altlasten umzugehen.

Die Fracking AG der Bürgerinitiative Umweltschutz fordert Lies in einem Brief auf, genaues Kartenmaterial zu Altlasten zur Verfügung zu stellen und Messungen durchzuführen.

Zwar habe das dem Ministerium unterstellte Landesbergamt (LBEG) am 5. Dezember letzten Jahres angekündigt, eine „Task-Force“ einzurichten und eine Karte mit der Behörde bekannten Stellen von Bohr- und Ölschlammgruben öffentlich zugänglich zu machen. Das Ergebnis sei bislang jedoch höchstens als „Task-Farce“ zu bezeichnen, so die Fracking AG.

So seien dem LBEG laut online gestellter Karte acht Monate später angeblich nur zwei Bohrschlammgruben sowie eine Verdachtsfläche in Lüchow-Dannenberg bekannt.

Die Fracking AG kennt mindestens dreizehn und vermutet weitere.

Das Verhalten des LBEG sorge für Verärgerung, weil die Behörde die Flächen einst genehmigt habe, nun aber angeblich nicht mehr die Standorte wisse, schreibt die Fracking AG.

Wie brisant Messungen sein könnten, zeige eine bereits 1975 in Fachkreisen veröffentlichte Analyse von Prof. Walter Tunn, der bei einer Untersuchung der Gasbohrung Wustrow Z3, nahe Banneick, außergewöhnlich hohe Werte an Quecksilber festgestellt hatte.

Da das Erdgas aus demselben Aufsuchungsfeld stammt, sei zu befürchten, dass die laut Prof. Tunn höchsten gemessenen Werte in Norddeutschland auf alle Bohrungen im Raum Wustrow zutreffen. Umso wichtiger sei es, endlich „konsequent und transparent“ die alten Schlammgruben und Verklappungsstellen von Lagerstättenwasser in den Untergrund zu untersuchen. „Nicht die Geheimhaltung von Behördenaktengehöre sollen geschützt werden, sondern das Grundwasser“, fordert die Fracking AG den Minister zum Handeln auf.

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