Globaler Gas Lock-In: Widerstand in Nord und Süd vernetzen

Bericht der internationalen Konferenz | 21.-23. September 2017, Brüssel

Ende September 2017 richtete das Brüsseler Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung eine dreitägige Konferenz mit dem Titel Globaler Gas-Lock-in: Widerstand in Nord und Süd vernetzen aus. Mehr als 50 Teilnehmer*innen – Personen aus direkt betroffenen Gebieten sowie Aktivist*innen, NRO-Vertreter*innen, Akademiker*innen und Entscheidungsträger*innen – kamen zusammen, um über die gefährlichen Folgen von Erdgas zu diskutieren, über lokale Erfahrungen zu sprechen und internationale Aktivitäten für das kommende Jahr abzustimmen.

Der Konferenzbericht in verschiedenen Sprachen zum Download bereit:

Globaler Gas Lock-In: Widerstand in Nord und Süd vernetzen
Global Gas Lock-In: Linking North-South Resistance
La trampa global del gas: pasos para unir la resistencia norte-sur
Le monde enlisé dans le gaz: unification de la résistance nord-sud

Video „Time to Go Beyond Gas“ (2:09 Min.)

Auf dieser zweiten Erdgas-Konferenz 2017 trafen sich viele der 2016 Beteiligten wieder und es wurden zusätzlich noch weitere Aktivist*innen und Frontline Communities eingeladen. Dank des breiten Spektrums an Teilnehmenden – NRO, Akademiker*innen, Entscheidungsträger*innen und Aktivist*innen – konnten viele verschiedene Perspektiven in die Diskussion eingebracht werden. Bereichert wurde der Austausch hauptsächlich auch durch die große geografische Vielfalt der Beteiligten: Unter den Teilnehmer*innen waren beispielsweise Personen aus Südafrika, Nigeria, Marokko, Tunesien, Russland, der Ukraine, den USA, Schweden, Portugal, Spanien, Brüssel, den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich und Irland. Äußerst bedauerlich war, dass einige Personen aus Nicht-EU-Staaten aufgrund von Visabeschränkungen letztlich doch nicht teilnehmen konnten. Diese kurzfristigen Komplikationen wurden mit Enttäuschung und Frustration quittiert. Es ist nichts Neues, dass Menschen an der Einreise nach Europa gehindert werden. Doch es erinnerte uns alle erneut an die unbarmherzigen Machtstrukturen, denen wir uns gegenübersehen, und an die Intersektionalität all unserer Widerstandskämpfe.

Die Konferenz wurde von Corporate Europe Observatory, Counter Balance, Food & Water Europe, Friends of the Earth Europe, Gastivists Collective, PowerShift e.V. Berlin und Rosa-Luxemburg-Stiftung Brüssel organisiert.

Die Ziele der Konferenz 2017 waren:

  • Eine Koalition gegen neue Erdgasinfrastruktur und LNG-Importe bilden;
  • Kampagnen auf den verschiedenen Ebenen der Lieferketten (supply chains) organisieren;
  • Über die Folgen der Erdgasgewinnung aufzuklären;
  • Ein Gegennarrativ zu Erdgas entwickeln.

Die Konferenzteilnehmer*innen wurden zur aktiven Mitwirkung bei der Konferenz ermuntert. Viele Sitzungen wurden interaktiv gestaltet und es wurden Diskussionen in kleineren Gruppen ermöglicht. Das erleichterte eine ungezwungene Atmosphäre, in der sich jeder zu Wort melden konnte, den Aufbau von Vertrauen und einem gemeinsamen Netzwerk.

Wichtiges Ergebnis der Konferenz sind die sechs Arbeitsbereiche, auf die man sich für das kommende Jahr einigte:

  • Austausch zwischen „frontline communities“;
  • Speakers Tour;
  • Kontakte aufbauen mit der Anti-Kohle-Bewegung, mit Anti-Extraktivismus-Gruppen und Gewerkschaften;
  • Gemeinsame Aktionen;
  • Forschung;
  • Förderung der Vernetzung.

Im Folgenden werden die Inhalte und Ergebnisse der Konferenz genauer beschrieben.

Erster Tag…

1 Interaktives „Mapping“ von Kampagnen gegen Erdgas

Da die Teilnehmenden aus aller Welt kamen, begann die Konferenz mit einer interaktiven Methode – einer „räumlichen Landkarte“ – damit sich die Teilnehmer*innen kennen lernen konnten und mehr über die Verbindungen zwischen ihnen herauszufinden. Die Teilnehmer*innen ordneten sich im Raum je nach Herkunft wie auf einer Landkarte an. Dann wurden mithilfe von Wollfäden die Verbindungen zwischen ihnen sichtbar gemacht. Mit dieser Übung konnte verdeutlicht werden, welche Erdgas-Lieferketten im Raum repräsentiert waren, wer an Kampagnen gegen LNG-Terminals beteiligt ist, wer sich für die Finanz- und Marktaspekte interessierte usw. Diese Übung zeigte nicht nur auf, wie die Teilnehmenden durch ihre Interessen oder Standorte miteinander verbunden waren, sondern veranschaulichte auch die internationalen Erdgasströme und die Beziehungen zwischen den Ländern.

2    Kampagnen und Bewegungen gegen Erdgas

In der ersten Podiumsdiskussion der Konferenz sprachen fünf Referent*innen über ihre Erfahrungen mit Kampagnen und in lokalen Widerstandsbewegungen. Die Diskussion beleuchtete die verschiedenen Auswirkungen von Erdgas (von der Extraktion bis zum Transport) und zollte dem Widerstand durch Menschen vor Ort eindrucksvoll Tribut. Laura Weis (PowerShift e.V., Berlin) moderierte das Gespräch zwischen Nnimmo Bassey (Health of Mother Earth Foundation), Melissa Haines (Middletown Coalition for Community Safety), Roger Domingo (Support Centre for Land Change), Jo Ram (Platform London) und Xavier Sol (Counter Balance).

Nnimmo Bassey machte auf das Abfackeln von Erdgas in Nigeria aufmerksam und sprach über das Pipeline-Projekt von Nigeria über Marokko nach Spanien. Dieses Vorzeigeprojekt von Chevron und Shell ist ein gewaltiges Offshore-Pipeline-Projekt, das Nigeria entlang der Küste mit Marokko verbinden soll. Bassey informierte außerdem über die Situation im Nigerdelta: über die kriminellen Tätigkeiten der Öl- und Erdgasunternehmen, aber auch über den Widerstand der Fischer, die Bedeutung von klassenüberschreitende Allianzen und über die kleinen und schrittweisen Erfolge: einige Teile des Niger-Deltas werden nun langsam gereinigt. In seinem Fazit betonte er, dass „es weltweit viele verschiedene Widerstandsbewegungen und viele unterschiedliche Strategien gibt, wir aber alle für dasselbe Ziel kämpfen: die fossilen Brennstoffe im Boden zu lassen“. (Präsentation: Oil and Gas Struggles in Nigeria).

Melissa Haines, eine Aktivistin aus dem US-amerikanischen Philadelphia, sprach über die Lage in ihrer Heimatstadt, wo zwischen den verschiedenen Stadtteilen ein Netzwerk von Pipelines entsteht. Die Hauptsorge der Anwohner*innen ist ihre persönliche Sicherheit. Sie erklärte ihre Situation mit kaum verhohlener Regung: „Mein Sohn kommt nun in den Kindergarten, direkt neben einer 90 Jahre alten Pipeline, aus der bereits vier Mal Öl ausgelaufen ist.“ Melissa betonte, dass die Menschen, die sich den Pipelines widersetzen, „ganz normale“ Leute und Eltern mit ganz unterschiedlichen politischen Ansichten seien. Sie kämpfen um ihre Sicherheit, nicht aus einer ökologischen Sorge heraus. Doch der Kampf ist hart, denn es herrschen starke Interessenkonflikte zwischen den Entscheidungsträger*innen und dem Pipelinekonzern. Sie warnte, dass es jeden Ort und jede Stadt treffen könne: „Es fing ganz harmlos an. Uns wurde gesagt, dass man lediglich eine neue Pipeline bauen würde, was Investitionen für die Gemeinde mit sich bringen würde.“ Die Anwohner*innen haben nun mit verschmutztem Wasser, fallenden Immobilienpreisen und Zukunftsängsten zu kämpfen.

Roger Domingo aus Südafrika erklärte: „Für uns geht es hier um Landrechte, und wir betrachten Fracking als Landraub.“ Er arbeitet in Karoo, einer Region in Südafrika, die von Landwirtschaft und Tourismus lebt und nun von Fracking bedroht ist. Ihn beschäftigen vor allem die Fragen die innerhalb der dortigen Anti-Fracking-Bewegung diskutiert werden. Als das Thema Fracking in Südafrika zum ersten Mal auf den Tisch kam, sprachen sich viele Stimmen dagegen aus – doch diese Stimmen kamen aus der Mittelschicht und nicht aus Karoo, und schon gar nicht aus den Reihen der armen Arbeiter*innenklasse in Karoo. In Karoo beschloss man, eine Organisation ins Leben zu rufen, um die eigenen Positionen vorzubringen, Kapazitätsaufbau zu betreiben, sich an Konsultationen zu beteiligen usw. Roger Domingo betonte, wie wichtig es sei, diejenigen zu Wort kommen zu lassen, die direkt betroffen sind und wie gefährlich es sei, in ihrem Namen zu sprechen. Zum Abschluss stellte er erneut klar: „Uns geht es um Landrechte, nicht um Umweltschutz.“

Jo Ram und Xavier Sol kämpfen beide gegen den Südlichen Gaskorridor (Southern Gas Corridor), eine 3.500 km lange Pipeline, mit der Erdgas aus Aserbaidschan nach Italien transportiert werden soll. Sie erläuterten zunächst die Lage in Aserbaidschan, einem Land, das diktatorisch regiert wird und von Korruptionsskandalen und Menschenrechtsverletzungen geprägt ist. Jo Ram erklärte, wie der bekannte britische Öl- und Erdgaskonzern BP die repressive Situation dort ausnutze, um zum eigenen Vorteil Erdgas zu fördern. Die Pipeline muss auf ihrem Weg nach Italien sechs verschiedene Länder durchqueren. Entlang dieser Route kommt es nicht selten zu widerrechtlichen Landaneignungen. Deshalb regt sich in Griechenland und Italien langsam Widerstand. In Griechenland widersetzen sich Landwirte, obwohl sie von dem Konzern eingeschüchtert werden, denn sonst würden sie ihre Lebensgrundlage verlieren. In Italien gibt es seit Jahren eine vielfältige und basisdemokratische Widerstandsbewegung. Ihre Anhänger*innen fordern nicht etwa eine andere Route der Pipeline, sondern dass sie erst gar nicht gebaut wird. Jo Ram und Xavier Sol erinnerten uns daran, dass diese Gaspipeline gleich mehrere bedenkliche Entwicklungen mit sich bringe: Beeinträchtigung der Lebensgrundlagen der Menschen vor Ort sowie Klimafolgen, Menschenrechtsverstöße und Korruption. Angesichts der aggressiven Lobbyarbeit der Konzerne und der Familie des aserbaidschanischen Präsidenten Alijew wundert es niemanden mehr, dass die Politik so geschlossen hinter dem Projekt steht. Die Europäische Investitionsbank (EIB) und die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) werden möglicherweise riesige Darlehen im Wert von bis zu einer Milliarde US-Dollar für das Projekt vergeben – ein wichtiges Puzzlestück, das zahlreiche Kampagnen derzeit zu verhindern suchen.

Nach dieser ersten Podiumsdiskussion organisierten acht Teilnehmer*innen ein World Café. 15 Minuten lang stellten sie die Hintergründe und Kampagnen vor, an denen sie in ihrem Land beteiligt sind. Dadurch hatten andere Teilnehmer*innen die Möglichkeit, sich direkt mit verschiedenen lokalen Kontexten auseinanderzusetzen und die Gemeinsamkeiten und speziellen Charakteristiken der unterschiedlichen Widerstandsbewegungen besser zu verstehen. Vorgestellt wurden die folgenden Länder: Russland, Vereinigtes Königreich, Spanien, Tunesien, Niederlande, Schweden, Nigeria und Marokko.

3 Die Europäische Union als treibende Kraft des internationalen Ansturms auf Erdgas

Hierauf folgte eine Podiumsdiskussion zu der Rolle der EU beim Vorantreiben der weltweiten Erdgasgewinnung. Antoine Simon (Friends of the Earth Europe) moderierte das Gespräch zwischen Frida Kieninger (Food & Water Europe), Pascoe Sabido (Corporate Europe Observatory), Scott Edwards (Food & Water Watch) und Alfons Pérez (Observatory on Debt in Globalisation).

Frida Kieninger sprach über die Positionierung der EU von Erdgas als „sauberem Kraftstoff“, der für den Übergang und die Loslösung von Russland dringend benötigt werde. Von dieser Warte aus wird eine 60-prozentige Steigerung der Erdgasinfrastruktur gerechtfertigt, was jedoch eindeutig dem Pariser Klima-Abkommen sowie den Klima- und Energiezielen der EU für 2050 zuwiderläuft. Hier wurde auch erläutert, welche Rolle die EU-Liste der „Vorhaben von gemeinsamem Interesse“ (Projects of Common Interests) bei der öffentlichen Finanzierung von Erdgasprojekten spielt. Frida Kieninger machte auf einen Bericht von Friends of the Earth Europe und Food & Water Europe aufmerksam, der für jedes EU-Land (28 Mitgliedstaaten) einen Steckbrief zum Thema Erdgas enthält (Versorgung, Nachfrage und Infrastruktur). Dies stieß bei den Teilnehmer*innen auf reges Interesse und viele bekundeten ihre Absicht, diesen Bericht hinsichtlich der Lieferländer zu aktualisieren und vervollständigen zu wollen. (Präsentation: EU policy on gas and the European gas landscape).

Pascoe Sabido gab uns einen kleinen Vorgeschmack auf den neuen Bericht von Corporate Europe Observatory The Great Gas Lock-in zur Lobbymacht der Erdgasindustrie. Er enthüllte einige bedenkliche – wenn auch nicht überraschende – Zahlen: Die Erdgasindustrie gibt mehr als 30 Mal soviel Geld für Lobbyarbeit aus als zivilgesellschaftliche Organisationen. Im Jahr 2016 wurden mehr als 100 Millionen Euro aufgewendet, um u. a. gut 1000 Lobbyisten zu bezahlen, die eine erdgasfreundliche Gesetzgebung durchsetzen wollen. Pascoe Sabido erläuterte außerdem die Verbindung zwischen der Lobby für erneuerbare Energien und der Lobby für Erdgas. Zwei der wichtigsten Interessengruppen für erneuerbare Energien sind mittlerweile von Rohstoffkonzernen übernommen worden. Die Ölindustrie möchte den Einsatz von erneuerbaren Energien so lange wie möglich hinauszögern und gleichzeitig ihre Glaubwürdigkeit aufrechterhalten, indem sie minimal in erneuerbare Energien investiert. Da diese Konzerne über das Knowhow für Erdgas verfügen, setzen sie sich dafür ein, Erdgas als Lösung zu präsentieren. Er betonte, dass es wichtig sei, in unseren Diskussionen mehr über die spezifischen Akteure im Erdgasbereich zu sprechen, da genau diese Akteure oftmals eine ganz eindeutige Verbindung zu den verschiedenen Problembereichen darstellen, denen sich die Zivilgesellschaft widersetzt. (Präsentation: Fire Power of the Gas Lobby).

Scott Edwards erinnerte uns daran, dass fossile Brennstoffe in den USA schon immer hoch im Kurs gestanden hätten, nicht erst seit Trump, und dass es bei diesem Thema nicht um Parteizugehörigkeiten gehe. Die USA mausern sich gerade zu einem Erdgas-Exporteur. Der Scheitelpunkt der Erdgasförderung wird zwar bereits für das Jahr 2020 erwartet, doch gleichzeitig gibt es Pläne für große Projekte zum langfristigen Erdgasexport. Die Trump-Regierung setzt schwächere Rechenschaftspflichten durch, so auch die Abschaffung der Berichterstattungspflicht der Erdgasindustrie über ihre Methanemissionen. Viele neue Gesetzentwürfe aus dem Jahr 2017 zielten darauf ab, die Förderung und Ausfuhr von fossilen Brennstoffen zu erleichtern. Begründet werden diese Maßnahmen mit der Schaffung von Arbeitsplätzen. Scott Edwards erklärte außerdem, dass es Firmen in den USA zunehmend möglich sei, im Bereich des Eigentumsrechts Gesetzeslücken zu ihren Gunsten auszunutzen. Die Bestimmungen des Enteignungsrechts („eminent domain“), normalerweise zum Wohl der Allgemeinheit gedacht, werden nun von Unternehmen durchgesetzt, um Landbesitzer*innen zu enteignen, damit diese Firmen von Erdgasexporten profitieren können. Scott schloss jedoch mit einem positiven Ausblick, nämlich den massiven Bemühungen basisdemokratischer Organisationen in den USA zur Durchsetzung erneuerbarer Energien. (Präsentation: United States LNG export policy and trends).

Alfons Pérez sprach darüber, dass LNG-Terminals zu dem erklärten Diversifizierungsziel der EU passen, da sie flexibler und marktorientierter sind als Pipelines. Während Pipelines lediglich den Fluss zwischen einem einzigen Exportland und einem einzigen Importland ermöglichen, kann mithilfe von LNG-Terminals auf Erdgas aus all denjenigen Ländern zugegriffen werden, die ihrerseits über Exportterminals verfügen. Auch die Tatsache, dass 2015 gerade einmal 20% der existierenden Terminal-Kapazitäten ausgeschöpft wurden, kann die Begeisterung der EU für LNG scheinbar nicht bremsen. Dieser weltweite Ansturm auf Erdgas bleibt nicht ohne Folgen. Alfons Pérez erläuterte, dass „Erdgas nicht produziert wird, sondern gefördert werden muss“. Die Erdgasgewinnung führt zu höheren Energiepreisen für die Lokalbevölkerung, zur Konzentration von Geschäftstätigkeit in den Händen einer kleinen Elite, zur Verarmung lokaler Gemeinden und hat nicht zuletzt Folgen für die Umwelt. Es ist wichtig, dass wir die richtige Terminologie verwenden und darüber aufklären, wie die EU zu diesen vor Ort spürbaren Folgen beiträgt. Zum Schluss wies er darauf hin, dass die EU-Erdgaspolitik viele Länder dazu ermuntere, selbst in den Erdgasmarkt einzusteigen und Erdgas zu exportieren, was wiederum bedeute, dass sie in teure Erdgasinfrastruktur investieren müssen, was direkte Konsequenzen für die Lokalbevölkerung habe. (Präsentation: LNG or pipeline global supply chains, gas markets and prices).

Zum Ausklang des Tages bildeten die Teilnehmer*innen kleinere Arbeitsgruppen, um gewisse Elemente der Podiumsdiskussion näher zu diskutieren und gezielte Fragen zu stellen.

Zweiter Tag…

4 Narrative und Diskurse von Erdgas

Am Vormittag des zweiten Tages drehte sich alles darum, wie Erdgas im öffentlichen Diskurs dargestellt wird, um die kollektive Wahrnehmung zu beeinflussen. Im Plenum nahmen die Teilnehmer*innen zunächst die Werbung der Erdgasindustrie unter die Lupe und betrachteten deren Botschaften und Aufhänger. Sie bildeten dann kleinere Arbeitsgruppen, um jeweils bestimmte Gesichtspunkte näher zu untersuchen, die sie dann im Plenum vorstellten:

1) Die Terminologie rund um Erdgas: Die Gruppe schlug vor, im Zweifel von „fossilem Erdgas“ zu sprechen. Außerdem hervorgehoben wurde die Notwendigkeit eines Glossars mit den Definitionen der verschiedenen Arten von Erdgas (Biogas, erneuerbares Erdgas, usw.).

2) Wie man den Erdgasbotschaften der Industrie entgegenwirkt: Die Gruppe betonte die Notwendigkeit, unsere Zielgruppe besser zu definieren (Verbraucher*innen, Arbeiter*innen etc.) und den Diskurs von der Frage „Investieren wir in Erdgas statt in Kohle?“ auf „Investieren wir in Erneuerbare statt in Erdgas?“ zu verlagern.

3) Die Intersektionalität von Erdgas: Die Gruppe führte aus, dass Personen aus direkt betroffenen Gebieten (frontline communities) oftmals nicht von einem Klimastandpunkt aus über Erdgas sprächen, sondern sich vielmehr um ihre Sicherheit (Erdbeben, Wasserverunreinigung) und Lebensgrundlagen (Landwirtschaft, Tourismus) sowie Themen wie Demokratie, Korruption und Landrechte sorgten. Erdgas ist mehr als nur ein „Klimathema“ und dies sollte sich im Diskurs um Erdgas widerspiegeln.

4) Protest als Instrument zur Diskursveränderung: Die Gruppe führte Beispiele für gewaltfreie Protestaktionen an, die mit der Politik- und Lobbyarbeit einhergehen könnten.

5) Formulieren von Beschwerden gegen irreführende Werbung der Erdgasbranche: Die Gruppe lernte gemeinsam, wie offiziell Beschwerde gegen die Werbung der Erdgasindustrie eingelegt werden kann, wenn mit inkorrekten Fakten geworben wird.

6) Zusammenarbeit mit der Anti-Kohle-Bewegung: Die Gruppe betrachtete die Gemeinsamkeiten in der Arbeit der Anti-Kohle-Bewegung und der Anti-Erdgas-Bewegung und stufte sie als erheblich ein.

5 Kampagnen entlang von Erdgas-Lieferketten

Der Nachmittag begann mit einer Podiumsdiskussion über die Komplexität wirksamer Kampagnen auf den verschiedenen Ebenen einer Lieferkette (Supply Chain). Frida Kieninger (Food & Water Europe) moderierte das Gespräch zwischen Ike Teuling (Milieudefensie) und Nnimmo Bassey (Health of Mother Earth Foundation), die über das Gerichtsverfahren gegen Shell in Nigeria sprachen; Laure Kervyn (Friends of the Earth Europe), die die Standing-Rock-Rednertour vorstellte; Regine Richter (Urgewald), die auf die Herausforderungen des Widerstands gegen den Südlichen Erdgaskorridor aufmerksam machte und Aleksandra Koroleva (Ecodefense), die über die Zusammenarbeit zwischen Aktivist*innen in Europa und Russland sprach.

Ike Teuling und Nnimmo Bassey stellten die gemeinsame Arbeit der Niederlande und Nigerias angesichts der Präsenz von Shell in Nigeria vor. Nnimmo Bassey betonte, dass es im Fall von Großkonzernen, die Verbrechen an der Bevölkerung begehen, nicht ausreiche, wenn nur die Menschen vor Ort dagegen kämpfen. Er erklärte, dass in diesen Widerstandsbewegungen Solidarität ein wichtiges Element sei, weil die Unternehmen darauf hören, was ihre Aktionäre sagen. Wenn man in den Niederlanden über Shell spricht, kann der Konzern dies nicht ignorieren. Ike Teuling machte auf die Shellwatch-Website aufmerksam, die vergleicht, was der Konzern sagt und was er tatsächlich vor Ort tut. Sie klärte auch darüber auf, in welchem Maße große Unternehmen wie Shell in dem Land ihres Firmensitzes in ein positives Image investieren.

Regine Richter sprach über die Schwierigkeiten beim Widerstand gegen Megaprojekte wie den Südlichen Erdgaskorridor. Sie betonte, dass im Fall des Südlichen Erdgaskorridors eine Zusammenarbeit zwischen verschiedenen NRO – Finanz-, Lobby-, Klima- und Menschenrechtsorganisationen – notwendig sei, da dieses Projekt viele unterschiedliche Bereiche beträfe. Da die Pipeline durch so viele verschiedene Länder führt, ist es wichtig, den politischen Kontext in allen Erdgasproduzierenden Ländern und Transitländern genau zu kennen, um das gesamte Thema angemessen erfassen zu können. Sie gab den Teilnehmer*innen zudem einen Eindruck von der Komplexität der Arbeit in schwierigen politischen Umgebungen: Repression ist ohne Frage eine große Herausforderung für die Kampagne, doch gleichzeitig haben sich auch verschiedene Unternehmen und Regierungen unter Druck gesetzt gefühlt, sich von der Pipeline zu distanzieren, um ihren Ruf nicht aufs Spiel zu setzen.

Laure Kervyn sprach über ihre Erfahrungen mit der Rednertour „Stand Up with Standing Rock“. Einen Monat lang beteiligten sich vier indigene Aktivist*innen gegen die Dakota Access Pipeline an zahlreichen Aktivitäten in ganz Europa: von Protestaktionen in Banken über Interviews, Konferenzen und Zusammenkünften mit NRO/Aktivist*innen bis hin zu Konzerten. Zwei der Aktivisten sind Hip-Hop-Künstler. Sie nutzen ihr künstlerisches Talent, um mit den Menschen zu kommunizieren. Die während der Rednertour geknüpften Kontakte bestehen nach wie vor. Seither hat ein weltweiter Aktionstag stattgefunden, an dem auch die Gruppen teilnahmen, die die indigenen Aktivist*innen damals willkommen geheißen hatten. Derzeit wird eine europaweite Hip-Hop-Tour organisiert und einige europäische Aktivist*innen sind für eine Heilungszeremonie in die USA eingeladen worden. Im Rahmen der Rednertour wurden auch Verbindungen zwischen den einzelnen Widerstandskämpfen hergestellt. So erfuhren die Aktivist*innen von Standing Rock beispielsweise von der TAP-Pipeline (Trans-Adria-Pipeline), was ihren Standpunkt bestärkte, dass wir gegen ein übergeordnetes System kämpfen und nicht nur gegen einzelne Projekte.

Aleksandra Koroleva gab einen Überblick über die Situation der Ostblockländer. Sie erinnerte die Teilnehmer*innen an zwei wichtige Punkte: dass die EU russisches Erdgas kaufen und Russland wiederum sein Erdgas verkaufen möchte. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Pipelineprojekt Nord Stream 2. Sie erläuterte, in welchem Maße das russische Regime von den natürlichen Ressourcen des Landes abhängig sei, so auch von Öl und Erdgas. Wenn der Rest der Welt den Übergang zu erneuerbaren Energien vollzieht, dann wird sowohl die russische Wirtschaft als auch das russische Regime kollabieren. Aus diesem Grund setzt das Regime alles daran, an fossilen Brennstoffen festzuhalten und entsprechende Projekte voranzutreiben, selbst wenn dies bedeutet, gegen die eigene Gesetzgebung verstoßen zu müssen. Aleksandra Koroleva erklärte, dass viele Menschen in Russland keine andere Möglichkeit haben, als ihr Haus oder ihre Wohnung mit Kohle zu beheizen. In den Augen dieser Menschen ist Erdgas ein Wunschtraum, eine saubere und erstaunliche Ressource. Zum Abschluss erinnerte sie noch daran, wie schwierig die Arbeit für russische NRO derzeit sei, da sie sehr starke rechtliche Einschränkungen hinnehmen müssen. Wünschenswert wären ihrer Ansicht nach ein besserer Informationsaustausch und mehr Übersetzungen aus dem Russischen ins Englische.

Nach der Podiumsdiskussion fanden sich die Teilnehmer*innen in kleineren Gruppen zusammen, um über bestimmte Lieferketten (Nigeria-Marokko-Pipeline, Nord Stream 2, Transatlantik-Supply-Chain zwischen den USA und Europa) und spezifische Interessen (Finanzen/Markt, Schiefergas, COP23) zu sprechen. Um die Diskussion in Gang zu bringen, wurden die Gruppen gebeten, jeweils 3 Fragen, 3 Aktivitäten und 3 Akteure zu ihrem Thema zu definieren. Für die Teilnehmer*innen war dies eine Möglichkeit, andere Personen besser kennenzulernen, die in ähnlichen Bereichen aktiv sind und eine Zusammenarbeit anzustoßen. Daraus gingen eine transatlantische Arbeitsgruppe sowie Pläne für COP23 hervor.

6 Wendepunkte für eine langfristige Perspektive

Der zweite Tag schloss mit einem Blick auf die langfristige Perspektive: Welches Ziel möchten die Teilnehmer*innen erreichen? Im Plenum leitete das Gastivists Kollektiv eine kurze Meditation zur langfristigen Zukunft, um die Teilnehmenden darüber nachdenken zu lassen, in welcher Art von System sie gerne leben würden. Nach der Meditation wurde in kleineren Arbeitsgruppen darüber diskutiert, welche Wendepunkte eine solche Zukunft herbeiführen könnten.

Als wichtige Wendepunkte wurden identifiziert: Bündnisse eingehen (breit, zum richtigen Zeitpunkt, strategisch); Erarbeiten einer gemeinsamen Vision; Hervorheben der übergeordneten Problembereiche (Kolonialismus, Wirtschaftssystem) und Verbinden von Widerstandsbewegungen; Kommunizieren des Konzepts einer Erdgas-blase, Herstellen der Verbindung mit der Finanzkrise und Neudefinierung eines akzeptablen Profitniveaus; Übergang von individuellen Einzelhandlungen zu kollektiven, systemverändernden Handlungen; Weitergabe von Wissen; eine Umwelt-/Erdgaskatastrophe.
Diese Wendepunkte wurden am folgenden Tag in der Sitzung zu strategischen Aktivitäten wieder aufgegriffen.

Dritter Tag…

7 Strategieentwicklung und Planung gemeinsamer Aktivitäten

Der gesamte letzte Tag der Konferenz wurde darauf verwendet, im Rahmen einer umfassenden Strategie gegen Erdgas gemeinsame Aktivitäten auszuarbeiten. Die Teilnehmer*innen bildeten kleine Gruppen und definierten jeweils vier zentrale Aktivitäten, auf die sich die Anti-Erdgas-Bewegung ihrer Meinung nach im kommenden Jahr konzentrieren sollte. Diese wurden daraufhin im Plenum vorgestellt, und alle Teilnehmer*innen gaben an, welche ihnen am wichtigsten waren und bei welchen sie mithelfen könnten. In einer intensiven und produktiven Diskussion wurden insgesamt sechs zentrale Aktivitäten ausgewählt: Gegenseitiger Austausch, Rednertour, Kontakte knüpfen, gemeinsame Aktionen, Recherchetätigkeiten, Förderung der Vernetzung (weitere Informationen hierzu im nächsten Abschnitt). Nachmittags wurden diese Aktivitäten in kleinen Gruppen diskutiert und man einigte sich auf die nächsten Schritte. Die Gruppen berichteten dann im Plenum über ihre Erkenntnisse und andere Teilnehmer*innen konnten ihr Interesse an bestimmten Arbeitsgruppen anmelden. Am Ende des Tages gab es eine kurze Evaluierung und es wurde ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer*innen und Organisator*innen ausgesprochen!

Ergebnisse der Konferenz

Die Teilnehmer*innen definierten zentrale Aktivitäten, auf die sich die Anti-Erdgas-Bewegung ihrer Meinung nach im kommenden Jahr konzentrieren sollte. Insgesamt wurden sechs Aktivitäten ausgewählt: Gegenseitiger Austausch, Rednertour, Kontakte knüpfen, gemeinsame Aktionen, Recherchetätigkeiten, Förderung der Vernetzung.

1 Austausch unter frontline communities

Wenn jemand aus einer betroffenen Bevölkerungsgruppe die Risiken und Probleme von Erdgas darlegt, ist dies um einiges wirkungsvoller als wenn es auswärtige „Expert*innen“ oder NRO-Mitarbeiter*innen tun. Die Betroffenen machen ganz andere Erfahrungen und entwickeln andere Strategien als NRO. Mit diesem Arbeitsbereich sollen Frontline Communities zusammengebracht werden, da sie sich alle auf derselben „Ebene“ befinden. Dies sollte bilateral bzw. regional organisiert werden, im Rahmen von Veranstaltungen zum gegenseitigen Austausch und/oder gezielten Zusammenkünften von Frontline Communities. In einem solchen Rahmen könnten die betroffenen Gemeinschaften Erfahrungen und Erlebtes austauschen und voneinander lernen. Die Arbeitsgruppe einigte sich darauf, an einem Austausch zwischen afrikanischen Ländern sowie innerhalb des Vereinigten Königreichs zu arbeiten. Es wurde zudem vorgeschlagen, ein internationales Treffen von Frontline Communities abzuhalten, möglicherweise im Rahmen der nächsten Erdgas-Konferenz. Hierbei wurde betont, dass es wichtig sei, für die Arbeit an diesem Projekt eine bestimmte Organisation oder Person zu bestimmen. Als erster Schritt wird die Arbeitsgruppe eine weltweite Liste von relevanten Organisationen erstellen.

2 Redner*innentour

Die Beteiligten waren sich einig, dass das klassische Konzept einer Rednertour möglicherweise je nach Land und Kontext angepasst werden muss und dass eine pauschale gemeinsame Aktivität nicht in jedem Zusammenhang angebracht ist. Zustimmung gab es für eine Tour zur Mobilmachung für eine bestimmte Aktion und für mehrere Veranstaltungen unter einem gemeinsamen Dach. Die Tatsache, dass verschiedene Formate nötig sind, kann auch positiv gewertet werden. Folgende Methoden könnten bei einer solchen Tour zum Einsatz kommen: Live Storytelling, Videobotschaften verschiedener Frontline Communities, ein Video mit einer Alternative zum Pro-Erdgas-Narrativ usw.

3 Kontakte knüpfen

Das Knüpfen von Kontakten zu bestimmten Gruppen und Bewegungen wurde für wichtig befunden. Doch welche Gruppen? Und wieso? Die Teilnehmer*innen legten drei hauptsächliche Zielgruppen fest:
Die Anti-Kohle-Bewegung: Es wurde der Wunsch nach einer engeren Zusammenarbeit mit Anti-Kohle-Organisationen geäußert. Ein erstes Ziel ist eine breitere Aufklärung über Erdgas und welche Rolle Erdgas beim Ausstieg aus der Kohle spielt. Hierzu gibt es bereits sehr viele Informationen (z. B. über Methanlecks, Lock-in-Effekte, Folgen für die Lokalbevölkerung), die jedoch in klaren und verständlichen Steckbriefen aufbereitet werden müssen, möglicherweise unter Einbezug der Kohleperspektive. In Bezug auf diesen Arbeitsbereich müssen als erstes alle Anti-Kohle-Gruppen sowie deren Position zu Erdgas identifiziert werden. Es gibt einige Organisationen, die sowohl gegen Kohle als auch gegen Erdgas arbeiten und diese könnten eine Schlüsselrolle spielen. Es herrschte allgemein Einigkeit darüber, dass man aus den Erfolgen und Rückschlägen der Anti-Kohle-Bewegung einiges lernen könne.

Anti-Extraktivismus-Gruppen: Die Diskussion befasste sich mit dem in Erdgasgewinnung und -verbrauch eingebetteten Umweltrassismus und Neokolonialismus. Es wurde jedoch auch darauf hingewiesen, dass der Kontext in jedem Land bzw. in jeder Region ein anderer ist. Ein erster Schritt ist daher, diese Zusammenhänge besser zu verstehen und einen Überblick über die Gruppen zu erhalten, die zu diesem Thema arbeiten, um von ihnen zu lernen (zum Beispiel die zahlreichen einschlägigen südamerikanischen Umweltgruppen). Zudem sprach man sich dafür aus, die bestehenden Kontakte zwischen den an der Konferenz teilnehmenden Anti-Extraktivismus-Gruppen zu stärken.

Gewerkschaften: Gewerkschaften wurden von Anfang an als wichtige Akteure und Partner betrachtet. Wir müssen in unseren Anti-Erdgas-Gruppen auf die Forderungen der im fossilen Brennstoffbereich angestellten Personen aufmerksam machen und diesen gleichzeitig unsere Bedenken über Erdgas vermitteln. Es wurde vorgeschlagen, darauf hinzuarbeiten, dass Arbeiter*innen im fossilen Brennstoffbereich und Anti-Erdgas-NRO ein gemeinsames internationales Manifest mit überlappenden Forderungen herausgeben. Betont wurde außerdem die Notwendigkeit, positive Geschichten und Beispiele gemeinsamer Aktionen in den Vordergrund zu rücken.

4 Gemeinsame Aktionen

Die Idee einer gemeinsamen Aktion (eintägig oder länger) im September 2018 fand großen Anklang. Es wurde beschlossen, die Beteiligung an internationalen Debatten und Prozessen in den kommenden Monaten zu nutzen, um die Machbarkeit einer solchen Aktion auszuloten. Im Januar 2018 soll dann eine endgültige Entscheidung bezüglich der Idee fallen und der genaue Rahmen abgesteckt werden. Die Arbeitsgruppe einigte sich darauf, dass die Aktion auf der Forderung nach Gerechtigkeit basieren und basisdemokratisch organisiert werden sollte.

5 Recherchetätigkeiten

Friends of the Earth Europe und Food & Water Europe haben einen Bericht herausgebracht, in dem das Thema Erdgas (Versorgung, Nachfrage und Infrastruktur) für alle 28 EU-Mitgliedstaaten genau untersucht wird. Im Rahmen des Arbeitsbereichs möchte man diese Studie fortlaufend ergänzen und Informationen zu fehlenden Ländern hinzufügen (insbesondere zu Erdgasfördernden Ländern). Es wurden außerdem weitere Recherchetätigkeiten vorgeschlagen, wie z. B. eine Verknüpfung mit dem Bereich der erneuerbaren Energien und eine Zusammenstellung wissenschaftlicher Erkenntnisse zu den Klimafolgen von Erdgas.

6 Förderung der Vernetzung

Im letzten Schwerpunktbereich geht es um gute Netzwerke. Sprich: sicherstellen, dass alle Konferenzteilnehmer*innen in Kontakt bleiben und weiterhin zusammenarbeiten. Die Gruppe schlug vor, alle zwei Monate zu einer Telekonferenz zusammenzukommen, um die verschiedenen Arbeitsbereiche zu koordinieren und neue Entwicklungen in bestimmten Bewegungen/Kampagnen zu besprechen. Zudem wurde angeregt, eine Plattform zum Austausch von Informationen und Ressourcen einzurichten. Die Beteiligten äußerten den Wunsch nach einer dritten Erdgas-Konferenz der Rosa-Luxemburg-Stiftung im Jahr 2018.

Nächste Schritte

Die Konferenz ist noch keine zwei Monate her und die Gruppen sind bereits dabei, das Erarbeitete in die Tat umzusetzen und die geknüpften Kontakte zu vertiefen. Die Arbeitsbereiche werden derzeit offiziell online eingerichtet und dann im jeweils eigenen Tempo umgesetzt. Ende Oktober 2017 wurde eine erste koordinierende Telekonferenz abgehalten, bei der über die Arbeitsbereiche und über neue Entwicklungen bei der Trans-Adria-Pipeline (TAP) gesprochen wurde. Die Konferenzgespräche sollen alle zwei Monate stattfinden, das nächste Mal im Dezember 2017.

Um an diesen Telekonferenzen teilzunehmen oder an einem bestimmten Arbeitsbereich mitzuarbeiten, wendet euch bitte an hello(at)gastivsts(dot)org. Wer sich auf die E-Mail-Liste „Beyond Gas“ setzen lassen möchte, schreibt bitte eine E-Mail an fkieninger(at)fweurope(dot)org, agheorghiu[at]fweurope.org oder marlis.gensler(at)rosalux(dot)org.

 

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