Erdgasbohrungen und ihre Altlasten im Südkreis Lüchow-Dannenberg – Interaktive Übersichtskarte

Ist unser Grundwasser in Gefahr?
Altlasten der Erdgasförderung im Südkreis Lüchow-Dannenberg – wann werden diese beseitigt?
Im Landkreis Lüchow-Dannenberg wurde von 1966 bis 1995 und ab 2012 Erdgas aus ca. 3.500 m Teufe zwischen Gistenbeck und Volzendorf im Südkreis gefördert. Dabei fielen Bohrschlämme und die erheblich giftigeren Produktionsschlämme an. Ein Teil der Bohrschlämme und der Produktionsschlämme beinhalten gefährliche Abfälle und Abwässer. In diesen sind viele Schwermetalle wie Quecksilber, Cadmium, Blei, Barium und Arsen, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW), Benzol, Toluol, Ethylbenzol, Xenol (BTEX) sowie radioaktive Stoffe wie etwa Radium (Ra-226, Ra-228), Blei-210, Polonium-210 und das radioaktive Gas Radon-222 enthalten.

Die Bohrschlämme wurden meistens neben den Bohrplätzen in Schlammgruben abgekippt oder zu den zentralen Gruben bei Güstritz und Luckau gebracht. Durch die Bohrschlammgrube bei Luckau wurde jahrzehntelang das Grundwasser verschmutzt. Diese Altlast soll dieses Jahr komplett ausgekoffert und auf abgedichteten Deponien entsorgt werden.

Wir haben eine Übersichtskarte erstellt, auf der die derzeit bekannten Erdgasbohrstellen und Hinterlassenschaften der Erdgasindustrie zusammengestellt sind:

Karte der Erdgasbohrstellen und -Altlasten

Zwischen Güstritz und Satemin wurden in die größte Grube Lüchow-Dannenbergs ca. 30.000 m3 Produktions- und Bohrschlämme abgelagert. Trotz des Grundwassermonitorings ist nicht auszuschliessen, dass giftige Sickerwässer das Grundwasser kontaminieren. Bei 17 weiteren Bohrplätzen ist nicht klar, ob dort noch Bohrschlämme lagern und Boden und Grundwasser verschmutzen.

Weitere Hotspots an Altlasten sind die ehemalige Erdgasstation Gistenbeck (Benzol, Quecksilber im Boden), der Köhlener Mühlenbach (Quecksilber) und zehn verfüllte Erdgasbohrungen. In diese Bohrungen wurden radioaktive und schwermetallhaltige Abfälle verklappt. Insbesondere im Bereich Wustrow wurden bis zu 25 Tonnen gefährliche Abfälle in einzelne Bohrungen verfüllt. Werden diese Bohrungen irgendwann undicht? Ist unser Grund- und Trinkwasser in Gefahr?

Den meisten Menschen hier im Landkreis ist die Anzahl der Bohrstellen nicht bewusst, es ist ja mittlerweile im wahrsten Sinne des Wortes „Gras über die Sache gewachsen“. Daher haben wir eine Übersichtskarte erstellt, die auf den aktuellsten uns bekannten Daten beruht. Wer sich erinnert, dass auch an anderen Stellen solche Bohrschlammgruben existiert haben, sollte diese Informationen an uns weiter geben.

 

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