Bohrtürme in Schletau /Lemgow? Info-Veranstaltung am 17. 8. 2018

Probebohrungen zur Öl-/Gassuche zu erwarten

Im „Aufsuchungsfeld Prezelle“ könnten demnächst erste Probebohrungen zur Förderung von Erdölvorkommen begonnen werden. Nach Informationen der AG Fracking der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg ist der Inhaber der Aufsuchungserlaubnis, die Mainzer Firma GEO Exploration Technologies (GET) infolge ihrer Hubschrauberbefliegung zum Ergebnis gekommen, dass sich im Bereich der Ortslage von Schletau Erdölvorkommen in ca. 1300 m Tiefe befinden könnten. Mittlerweile sollen bereits Umweltuntersuchungen stattfinden, die mögliche Auswirkungen der Errichtung von Bohrstellen erarbeiten sollen, um etwaige Ausgleichsmaßnahmen festlegen zu können. Was diese Bohrungen für Folgen für die Anwohner der betroffenen Region haben dürften, soll auf einer Bürgerinformationsveranstaltung dargestellt werden.

Informations- und Diskussionsveranstaltung am Freitag, den 17. 8. 2018, 19.00 Uhr im „Blockhaus“ in Schletau (Ortseingang von Simander aus)

Erdbeben und Gebäudeschäden durch Erdgas- und Erdölförderung, Immobilienabwertung in der Umgebung der Förderanlagen, möglicherweise Fracking mit enormem Wasserverbrauch, undichte Leitungen, verschmutzte Böden, Verseuchung des Grundwassers, giftige Bohrschlammgruben, Quecksilber und Benzol in Luft und Böden, erhöhte Krebsraten durch Erdgas- und Erdölaufbereitung? All diese Aspekte wurden nicht benannt, als das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) die Genehmigung für das „Aufsuchungsfeld Prezelle“ zur Suche nach Erdgas- und Erdölvorkommen erteilte. Auch wenn das „Fracking“-Verfahren nicht angewendet werden sollte, sind die gesundheitlichen Folgen einer „konventionellen“ Förderung nicht abzusehen. Das wurde kürzlich in einem halbstündigen Fernsehbeitrag von „EXACT“ beim MDR (www. mdr.de/investigativ/video-215654_zc-f80c8d3a_zs-0fdb427d.html) in erschreckender Weise deutlich.

Wir haben den Landwirt Andreas Rathjens aus der Region um Rotenburg als Referenten für diese Veranstaltung gewinnen können, der als Betroffener erlebt hat, mit welchen falschen Versprechungen und Tricks die Konzerne sich die erforderlichen Flächen für ihre Vorhaben unter den Nagel gerissen haben.

Ein neues Erdölprojekt im Landkreis Rotenburg konnte dadurch verhindert werden, dass sich Land- und Wegebesitzer, Gemeinden, Bürgerinitiativen und Umweltverbände geschlossen gegen die vorgesehenen Bohrmaßnahmen gestellt haben. Auch hier im Wendland hatte sich ja bereits im Jahr 2016 die Mehrheit der Samtgemeinde Gartow mit ihren Kommunen gegen eine mögliche Öl- und Gasförderung ausgesprochen.

Für weitere Seismische Untersuchungen, Probebohrungen, Leitungen und Förderungsanlagen müssen Straßen, Wege und Grundstücke befahren und betreten werden, was deren Besitzer aber verweigern können.

Es ist dringend notwendig, sich schon rechtzeitig zu wehren. Für die Aufbereitung des rohen Erdöls und Erdgases mit salzigem Lagerstättenwasser, krebsauslösendem Benzol und giftigen Schwermetallen sind diverse industrielle Anlagen erforderlich. In konzentrierter Nähe all dieser Anlagen wurden erhöhte Krebsraten festgestellt. „Die Substanzen, die wir dort finden, sind krebserregende, hoch toxische Substanzen, so dass eine unmittelbare Gefahr für die dort lebenden Menschen nicht ausgeschlossen werden kann“, so resümierte der Umweltmediziner Dr. med. Matthias Banz aus Rotenburg Anfang 2016.

Trotz der Beteuerungen der Vertreter der Öl- und Gasindustrie und der Aufsichtsbehörden, Bohrungen würden keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt haben, sind immer wieder Havarien mit der Gefährdung von Umwelt und Grundwasser festzustellen. So bersten Leitungen zum Abtransport von Lagerstättenwasser, gerät Rohöl unkontrolliert in die Umwelt, wird bei Bohrungen Gas in die Luft geblasen oder ohne Reinigung „abgefackelt“, werden Schwermetalle, Quecksilber und radioaktive Stoffe, Kohlenwasserstoffe wie Benzol, weiträumig in der Umgebung verteilt. Welche Auswirkungen das auf die Felder von Landwirten haben kann, wenn deren Produkte giftige Stoffe enthalten, wird von den Energiekonzernen nicht inbetracht gezogen. Die Gefährdung besteht nicht nur bei den Bohrungen, sondern auch im Betrieb der Anlagen. So sind nach einem NDR-Bericht Ende Juli bei Förderpumpen erhebliche Leckagen zu beobachten gewesen. Laut Aufsichtsbehörde Landesbergamt dürfe so etwas nicht vorkommen, für ExxonMobil kein Problem, da diese Flüssigkeit ja in einem Schacht aufgefangen werde, und sowieso nur zu 3% aus Öl, ansonsten aber aus Wasser bestünde… Also aus giftigem Lagerstättenwasser!

Hände weg vom Grundwasser!

Schluß mit der Erdöl- und Erdgasförderung!

Das Gift muss in der Erde bleiben!

Erneuerbare brauchen Vorrang!

AG Fracking der BI Lüchow-Dannenberg

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