Ölfilm bei Gasbohrstelle Z1 in Engerhafe – Landesbergamt untätig

Die Bürgerinitiative gegen Bohrungen im Süd-/Brookmerland beschwert sich bei Minister Althusmann übeer Untätigkeit des LBEG

BI gegen Bohrungen im SBL/BL ▪ Engerhafer Loog 93 ▪ 26624 SBL

 

Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft,
Arbeit und Verkehr
Herrn Dr. Bernd Althusmann
Friedrichswall 1
30159 Hannover

Südbrookmerland, 11. August 2018

 

Beschwerde über die Arbeitsweise des Ihnen unterstellten Landesbergamtes

hier: Keinerlei Maßnahmen zum Schutz der Anwohner trotz mehrfach gemeldeten Gefahrenpotentials

Sehr geehrter Herr Minister,
anlässlich Ihrer Sommertour in Verden und Rotenburg Anfang Juli dieses Jahres hatten Sie der Bevölkerung weitere Aktivitäten zum Schutz ihrer Gesundheit und der Umwelt in Bezug auf die Erdgasförderung zugesagt.
Um die Einlösung genau dieses Versprechens möchten wir Sie hier und heute bitten:
Denn bereits am 28.05.18 hatten wir zunächst dem Gewerbeaufsichtsamt in Emden die unzureichende Betriebssicherheit an der alten Gasbohrstelle Z1 in Engerhafe (Anlage 1) sowie einen Ölfilm unklarer Herkunft auf dem Wassergraben, der den Betriebsplatz zum großen Teil umgibt, gemeldet (Fotos Anlage 2).
Das Gewerbeaufsichtsamt hat den Vorgang zuständigkeitshalber am 04.06.18 an das LBEG abgegeben (Anlage 3).
Nachdem darauf keine Reaktion erfolgte, haben wir am 17.06.18 den Vorgang nochmals an das LBEG übersandt (Anlage 4). Der Eingang beim LBEG erfolgte am 21.06.18 (Anlage 5).
Da auch hier wieder die gewünschte Reaktion ausblieb und noch weitere Anfragen unsererseits nicht beantwortet wurden, haben wir diese am 09.07.18 (Anlage 6) erneut angemahnt, siehe hierzu die Eingangsbestätigung des LBEG vom 11.07.18 (Anlage 7).
Seitdem wurden zwar Ende Juli 2018 die übrigen noch offenen Anfragen mehr oder weniger zufriedenstellend beantwortet, aber das Hauptproblem, die akute Gesundheits- und Umweltgefährdung durch diesen maroden Bohrplatz, hat man weiterhin komplett ignoriert, weshalb wir Sie jetzt dringend um Ihre Unterstützung bitten.
2 –
Was uns an dieser Stelle auch besonders betroffen, wenn nicht sogar fassungslos macht, ist die Tatsache, wie wenig heute noch ein Menschenleben in diesem Land wert zu sein scheint. Ein Menschenleben, für dessen Erhalt sich die entsprechenden Politiker und die ihnen untergeordneten Behörden einsetzen sollten, statt die Interessen irgendwelcher Firmen, die sich an den Bodenschätzen dieses Landes bereichern möchten, zu vertreten.
Wir halten zu diesem Zweck eine „Runderneuerung“ dieses völlig überholten Bergrechts für unabdingbar, weil es die Menschenrechte sowie den Umwelt- und Trinkwasserschutz ad absurdum führt und uns geradezu in den so viel besprochenen Klimawandel, der spätestens dieses Jahr bereits überdeutlich stattgefunden hat, hineinkatapultiert.
Ferner halten wir eine Behörde für ungeeignet, die zwar Genehmigungen erteilt, aber die Einhaltung von Vereinbarungen oder Auflagen nicht kontrolliert oder im Familien-kreis vielleicht sogar noch an den selbst genehmigten Maßnahmen (Anlagen 8 und 9) verdient.
Wünschenswert wäre stattdessen ein separates und unabhängiges Kontrollorgan, in dem sich u.a. genau die Anwohner befinden, deren Haus und Hof und Leib und Leben durch irgendwelche Bohrmaßnahmen sowie daraus resultierende Folge-aktivitäten bedroht wird.
Abgesehen davon sollte man sich vielleicht auch einmal die Frage stellen, ob es überhaupt notwendig und sinnvoll ist, in einem Land wie Deutschland mit seiner dichten Besiedlung nach Gas oder Öl zu bohren, während sich bereits seit Monaten zwei Nationen darum streiten, uns mit Gas beliefern zu dürfen….
Mit freundlichen Grüßen
(Ilona Puhahn)
– für die Bürgerinitiative gegen Bohrungen im Süd-/Brookmerland –
– Mitglied im Zusammenschluss „gegen Gasbohren“ –
Anlagen

 

PS: Eine Kopie dieses Schreibens erhält das LBEG zur Kenntnisnahme.

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